Netflix verliert weiterhin Abonnenten, stopft aber das Loch im Budget

| 15:33 Uhr | 0 Kommentare

Netflix meldete am Dienstag, dass das Unternehmen im zweiten Quartal 970.000 Abonnenten verloren hat – eine Zahl, die weit unter den eigenen Prognosen liegt, die davon ausgingen, dass der Streaming-Riese zwei Millionen Abonnenten verlieren würde. Zudem gibt es neue Informationen bezüglich einer werbegestützten Abo-Option und nahenden Maßnahmen gegen das Account-Sharing.

Netflix verliert 1,3 Millionen Abonnenten in den USA und Kanada

Netflix hat seine Preise in den letzten Monaten erneut in einigen Ländern angehoben, was dazu geführt hat, dass sich einige Kunden von dem Dienst abgewandt haben. Insgesamt hat der Dienst im zweiten Quartal 970.000 Abonnenten verloren. Den größten Abonnentenverlust verzeichnete Netflix auf seinem größten Markt, den USA und Kanada, wo der Streamer nach eigenen Angaben im zweiten Quartal 1,3 Millionen Nutzer verlor. Dass man letztlich den Investoren „nur“ ein Minus von 970.000 Abonnenten erklären muss, verdankt Netflix dem Anstieg der Abonnements in anderen Ländern.

Das wahrscheinlich viel wichtigere Argument für Investoren ist jedoch die Tatsache, dass trotz des Abonnentenverlusts die Einnahmen im Jahresvergleich um neun Prozent gestiegen sind. Das ist laut Netflix das direkte Ergebnis eines Anstiegs der durchschnittlichen Einnahmen pro Mitgliedschaft.

Netflix macht für seinen Abonnentenverlust die Einführung von Connected TV, die gemeinsame Nutzung von Konten und den Wettbewerb verantwortlich. Um das Umsatzwachstum weiter zu verbessern, konzentriert sich das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die Weiterentwicklung der Monetarisierung. Im dritten Quartal 2022 rechnet Netflix mit einem Zuwachs von einer Million Abonnenten.

Werbegestütztes Abo und Maßnahmen gegen Account-Sharing

Ein preiswerteres werbefinanziertes Angebot ist in Arbeit und soll Anfang 2023 eingeführt werden. Die kostengünstigere Option könnte einige der Abonnenten anlocken, die Netflix wegen der steigenden Kosten verlassen haben. Laut Netflix Co-CEO Ted Sarandos wird dieses Abo jedoch nicht alle lizenzierten Inhalte bieten. Die Netflix-Original-Titel sollen jedoch alle mit an Bord sein.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass zahlreiche Netflix-Abonnenten ihr Passwort mit Freunden und Bekannten teilen, um so die Kosten für das Abo zu teilen. Dieses Vorgehen ist Netflix allerdings ein Dorn im Auge. Nachdem das Ganze mehr oder weniger lange Zeit geduldet wurde, wird man nun aktiv. Eine Option ist es, das Passwort-Sharing gegen einen Aufpreis zu genehmigen.

Offiziell heißt es, dass Netflix ein „einfach zu bedienendes, kostenpflichtiges Sharing-Angebot“ finden will. Hierfür hat das Unternehmen bereits damit begonnen, in Test-Märkten eine zusätzliche Zahlung für diejenigen zu verlangen, die ihr Netflix-Konto mit Personen außerhalb ihres Haushalts teilen. In Lateinamerika beträgt die zusätzliche Gebühr beispielsweise 3 Dollar. Im Gegenzug können die Kunden ihr Konto mit zwei Personen außerhalb ihres Haushalts teilen. Laut Netflix könnte die Maßnahme im Jahr 2023 für alle Länder in Kraft treten.

Kategorie: App Store

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