Kartell-Untersuchung: EU nimmt Apple, Netflix und andere wegen 4K-Video-Codec-Allianz unter die Lupe

| 13:10 Uhr | 0 Kommentare

Die Europäische Union verschärft ab 2023 die Regeln für große Technologieunternehmen. Aus einem neuen Bericht geht hervor, dass die Kartellbehörden Apple, Netflix, Amazon, Hulu und andere wegen der Videolizenzierungspolitik der Alliance for Open Media (AOM) unter die Lupe nehmen wollen.

Könnte AV1 alleiniger Standard werden?

Die AOM wurde 2015 gegründet, um ein geeignetes Videoformat zu finden, das die W3C- und HTML5-Standards einhält. Sie hat den AV1-Standard mitentwickelt, einen offenen Videocodec, der als lizenzgebührenfreie Alternative zu HEVC entwickelt wurde. AV1 wird als bessere technische Alternative zu vielen Videoformaten angesehen, da es eine bessere Komprimierung bietet und somit weniger Bandbreite und Speicherplatz benötigt. Damit bietet sich der Codec vor allem für hochauflösende Videoformate wie 4K an.

Zu den 14 leitenden Mitgliedern der AOM gehören Google, Facebook, Intel, Microsoft, Netflix, Nvidia, Samsung und viele andere. Apple ist der Vereinigung im Jahr 2018 beigetreten. Es gibt 41 allgemeine Mitglieder, darunter Adobe, AMD, Alibaba, die BBC, Hulu, VideoLan, Vimeo und andere.

Nun untersucht die Europäische Union angebliches wettbewerbswidriges Verhalten im Zusammenhang mit den Lizenzbedingungen von AV1 durch die AOM und ihre Mitglieder in Europa. Im Zuge der Untersuchung hat die Aufsichtsbehörde einen Fragebogen an die beteiligten Unternehmen verschickt, den Reuters einsehen konnte.

Zusammengefasst befürchtet die EU, dass es im Markt für hochauflösende Videoformate nur noch eine vorherrschende Lösung gibt, ohne dass sich alternative Ansätze entwickeln können.

„Der Kommission liegen Informationen vor, wonach die AOM und ihre Mitglieder möglicherweise Lizenzbedingungen (obligatorische lizenzgebührenfreie Kreuzlizenzen) für Innovatoren vorschreiben, die zum Zeitpunkt der Schaffung der technischen AV1 nicht Mitglied der AOM waren, deren Patente aber als wesentlich für die technischen Spezifikationen angesehen werden“, heißt es unter anderem in dem Fragebogen.

„Die Kommission bestätigt, dass sie eine vorläufige Untersuchung der Lizenzierungspolitik von AOM eingeleitet hat“, sagte ein Sprecher der EU-Exekutive gegenüber Reuters. „Die Tatsache, dass die Kommission eine vorläufige Untersuchung durchführt, greift dem Ergebnis der Untersuchung über das Vorliegen eines Verstoßes nicht vor“, fügte der Sprecher hinzu, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

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