App-Tracking-Transparenz hat den sozialen Medien bisher 10 Milliarden Dollar gekostet

| 22:38 Uhr | 0 Kommentare

Apple ist der Datenschutz schon immer wichtig gewesen. Mit der Einführung der App-Tracking-Transparenz (ATT) im April ist das Unternehmen noch einen Schritt weiter gegangen und ermöglicht es den Nutzern selber zu entscheiden, welche Apps sie online verfolgen dürfen. Apples Vorstoß in Sachen Datenschutz ist den Social-Media-Unternehmen Facebook, Twitter, Snapchat und YouTube teuer zu stehen gekommen. So zeigt eine Marktanalyse der Financial Times, dass hier die Werbeeinnahmen nach der Einführung von ATT um fast 10 Milliarden Dollar zurückgegangen sind.

App-Tracking-Transparenz trifft Social-Media-Unternehmen

Laut der Financial Times und dem Werbetechnologieunternehmen Lotame sind die Einnahmen von Facebook, YouTube, Twitter und Snapchat im dritten und vierten Quartal um 12 Prozent gesunken, was insgesamt 9,85 Milliarden Dollar entspricht.

Der Umsatzrückgang ist eine Weiterführung früherer Erkenntnisse kurz nach der Einführung von ATT. Im Juli wurde bereits vermutet, dass ATT einen größeren Umsatzrückgang bei iOS-Werbekunden verursacht hatte. Laut den neusten Daten hatte Facebook von den vier Unternehmen aufgrund seiner Größe auf dem Werbemarkt den größten Rückgang zu verzeichnen, der sich auf über 8 Milliarden Dollar belaufen soll. Snapchat hingegen schnitt prozentual am schlechtesten ab, was auf die Konzentration auf Smartphones zurückzuführen ist.

Laut Mike Woosley, COO von Lotame, sehen Werbetreibende geringere Erfolge, wenn sie bei iPhone-Nutzern werben, weil die meisten von ihnen das Tracking für soziale Apps abgelehnt haben. Ein Beispiel: Eine Unterwäschemarke, die sich an Männer wendet, konnte bisher einen Kunden für eine 5-Dollar-Werbung gewinnen, die an 1.000 Männer gerichtet war. „Um 1.000 Männer zu erreichen, muss man die Anzeige 2.000 Personen zeigen, weil man plötzlich nicht mehr weiß, wer ein Mann und wer eine Frau ist“, so Woosley. Infolgedessen „verdoppeln sich die Werbekosten und der entgangene Ertrag beträgt 50 Prozent“.

Der Verlust des Trackings hat die Unternehmen dazu gezwungen, ihre Werbesysteme zu überarbeiten, um mit der datenschutzfreundlichen Idee umzugehen. Laut dem Adtech-Berater Eric Seufert könnte es jedoch ein Jahr dauern, bis neue Tools und Frameworks entwickelt sind, da sie „von Grund auf neu entwickelt und ausgiebig getestet werden müssen, bevor sie bei einer großen Zahl von Nutzern eingesetzt werden können.“

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